Besucheransturm auf Immling
Mariella Weiss
25.11.2025

DER Festspielort im Chiemgau feiert 30-jähriges Jubiläum

Wo ist nur die Zeit geblieben? Seit 30 Jahren erklingen auf der Immlinger Bühne die schönsten Arien. Es wird geliebt, gestritten, gelitten und gestorben. Große Oper im Chiemgau - mit jungen Talenten aus aller Herren Länder. „Wir kaufen nicht die Stars – wir machen sie“, so lautet die Devise. So manche Sänger startete in der Naturidylle Immlings ihre Karriere. Jahr für Jahr arbeiten rund 40 Nationen Seite an Seite an der Umsetzung des Festivals. Sie unterstützen sich gegenseitig, spornen sich an, erzielen Höchstleistungen und begeistern das Publikum.

Dass vor nunmehr 30 Jahren aus einer ehemaligen Reithalle ein Opernhaus wurde, ist dem Zufall zu verdanken. 1997 wollte Intendant Ludwig Baumann auf einem nah gelegenen Baggersee die Zauberflöte inszenieren. Wochenlang wurde geprobt. Dann kam der Regen - und mit ihm die geniale Idee, die Veranstaltung in die Reithalle umzuziehen. Das Immling Festival war geboren.

In der Jubiläumssaison 2026 stehen vier große Opern auf dem Programm:

Eröffnet wird das Festival mit „Tosca“. Ein packendes Musikdrama über infamen Verrat und politischen Machtmissbrauch. Am Ende sind alle tot – der Geliebte, der Tyrann und Tosca selbst. Giacomo Puccinis Musik bringt Herzen zum Beben und lässt Tränen fließen.

„Lucia di Lammermoor“ – verbotene Liebe, Wahnsinn und eine blutige Hochzeitsnacht. In Gaetano Donizettis Oper ist die Natur Spiegel innerer Zerrissenheit der verzweifelten Protagonisten.  Ein Liebesdrama mit blutigem Ende. Eine Oper mehr, in der Liebe tödlich endet und Musik unsterblich wird.

„Un ballo in maschera“ – Ein Maskenball und eine Menage à trois mit Todesfolge. Ein Gouverneur verliebt sich in die falsche Frau, nämlich in die seines Freundes. Das kann nicht gut gehen.  Ein Opernthriller voller umwerfender Arien von Giuseppe Verdi.

„Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart darf im Jubiläumsjahr natürlich nicht fehlen. Ludwig Baumann, der den Papageno unzählige Male auf allen Bühnen der Welt verkörperte, entführt die Besucher in eine fantastische Welt.

Neben den Opernproduktionen gibt es wieder ein großes Orchesterkonzert: Verdis „Messa da Requiem“ – ein Requiem wie ein Operndrama; voller Leidenschaft, Schmerz und Hoffnung. Beteiligt sind dabei internationale SolistInnen, Festivalorchester und -chor Immling, die Georgian Sinfonietta, Mitglieder des Batumi Chores und des Georgian State Chors Tiflis, sowie das Tbilisi Symphony Orchestra unter der Leitung von Cornelia von Kerssenbrock. Das Konzert will ein bewusstes Zeichen für kulturellen Austausch und Verständigung in Europa setzen.

Die Immling Akademie bringt das Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber sowie die „Die Zauberflöte“ in einer Fassung für Kinder auf die Bühne - ideal für Familien und Musikliebhaber aller Altersgruppen. Diese Produktionen bieten jungen Talenten eine Plattform, um ihre Fähigkeiten in einer professionellen Umgebung zu präsentieren.

In Zeiten, in denen die Fronten der Kriege immer näher rücken, brauchen wir Hoffnung – ein Wertstoff, der dieser Tage mehr wiegt als Gold. Für das Immling Festival ist die kulturelle Zusammenarbeit kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie ist Friedensarbeit mit Taktgefühl.

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