MEDIENECHO

Hier finden Sie Auszüge aus Kritiken zu unseren Veranstaltungen.

2019

Unter der Regie von Verena von Kerssenbrock entstand mit `Mozarts magische Manege` eine reizende Kinderoper mit Musik von Mozart, die im Rahmen des Immling Festivals als wahrer Lockruf guten Geschmacks vor köstlich amüsierten Kinderaugen Uraufführung feierte. Nach intensiver Probenarbeit mit hoch motivierten Kindern zwischen fünf und 13 Jahren war das Süppchen aus wohl ausgewählten Werken fertig gekocht und schmeckte dem Publikum ganz köstlich. Gut gewürzt und wunderbar `arrangiert`, unter der musikalischen Leitung und Einstudierung von Lukas Gahabka, gab der Kinder-Festivalchor zusammen mit Gesangssolisten in kunstvoller Kostümierung (Sabine Lutter) eine ansprechend wie anspruchsvolle Auswahl aus Mozarts Werken in kindgerecht kreativer Verpackung in amüsanter Rahmenhandlung zum Besten. Für die musikalische Einrichtung zeichnete Iris Schmid verantwortlich, die witzigen Dialoge lieferten Verena von Kerssenbrock und Florian Maier. Dass das bunte Treiben dermaßen zündet und sogar `Wolferl` höchst persönlich aus der Versenkung lockt, hätte wohl keiner geglaubt […] Das Premierenpublikum konnte sich jedenfalls kaum von den musikalischen, grandios spielenden und singenden kleinen und großen `Helden` trennen und spendete begeistert Applaus.

Kirsten Benekam, OVB / PNP-Regionalausgaben

Das Immlinger Festivalorchester unter Cornelia von Kerssenbrocks akkurater und leidenschaftlicher Leitung setzt mit Puccinis wuchtigen Klängen ein. Der groß besetzte Immlinger Festivalchor […] singt trotz aller Aktion immer punktgenau, und trumpft gewaltig auf, wo Puccini es verlangt. Als homogenes Trio in besonders opulenten Kostümen von Ekaterina Zacharova überzeugen die drei Minister Ping, Pang und Pong, und die schwer zu besetzende Titelpartie der Turandot wird von der Dänin Trine Møller nicht nur mit raumfüllenden Spitzentönen, sondern auch mit Seele und Stimmschönheit verkörpert. So kauft man Thomas Paul als verliebtem Calaf seine unbedingte Leidenschaft für diese Frau in jedem Moment ab. Mit seinem in allen Extremlagen betörenden Tenor begeistert er nicht nur in der berühmten Arie `Nessun dorma`. Und auch Beatriz Diaz als leidensfähige Sklavin Liu berührt mit wunderschönen Piani […] eine absolut sehenswerte `Turandot` in diesem Festspielsommer.

Franziska Stürz, BR Klassik

 

Ludwig Baumann erzählt in seiner Inszenierung vom Tod und der Macht der Liebe: in klaren Abläufen, gut verständlich, packend und im Einklang mit Musik und Libretto. Bestimmend ist die großflächige Projektion der farb- und fantasiereichen Bühnenmalerei der am Tegernsee lebenden Russin Ekaterina Zacharova. Sie zeichnet auch für die Kostüme verantwortlich, die in stilisierten Formen chinesisches Kolorit beibringen […]  Chor und Orchester trugen das Geschehen. Cornelia von Kerssenbrock, nach langer Krankheit jetzt wieder in ungebrochener Präsenz am Pult, ließ Puccinis Melos voller Intensität aufblühen. Die orchestrale Palette prunkte mit Klangfülle in Puccinis hier `neutönerischer` Harmonik und mischte mit feinsinnigen Lyrismen auf. Der Chor, beinahe allgegenwärtig in chinesisch empfundenem Outfit und Bewegungsvokabular, reüssierte mit Prägnanz und Vielfalt der Stimmungen. Zart schattierten die Chorsänger die Mondbetrachtung und gaben Furioses in der Henkerszenerie von sich, die szenisch nicht plakativ ausgeschlachtet wurde, sondern nur das Geschehen andeutete. Große Oper ereignete sich allemal.

Elisabeth Aumiller, PNP-Regionalausgaben

 

Ein Besuch der ambitionierten Produktion lohnt sich neben der poetischen Ausstattung von Eketarina Zacharova allein schon wegen des Protagonistenpaares, um das manches Theater die Immlinger beneiden dürfte. Titelheldin Trine Møller ist endlich einmal keine schwergewichtige Wagner-Heroine auf Sommerfrische, sondern verfügt über einen tragfähigen lyrisch-dramatischen Sopran, der ohne jede Schärfe mühelos in die Höhe segelt. Statt in einem Dezibel-Duell zu enden, wurde die Rätselszene so zu einem ungewohnt nuanciert gestalteten Schlagabtausch zwischen der männerhassenden Prinzessin und dem todesmutig um ihre Hand werbenden, namenlosen Fremden. Auch, weil Møller in Thomas Paul als Calaf einen zu Recht selbstbewussten Tenorpartner zur Seite hatte, der sein beeindruckendes Rollendebüt mit einem strahlenden `Nessun dorma` krönte.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

„Die Rolle der Sklavin Liù […] wurde mit unvergleichlich eindringlichem, weichem Sopran wunderbar gesungen von der Spanierin Beatriz Díaz, die dafür mit den meisten Applaus des Abends erntete. […] Weitere wichtige Rollen sind die drei Minister Ping (Luthando Qave, Bariton aus Südafrika), Pang (Yu Hsuan Cheng, Tenor, Taiwan) und Pong (Sergiu Sergiu Săplăcan, Tenor, Rumänien), die häufig auf der Bühne, teils witzig, teils dramatisch und schauspielerisch perfekt, das Geschehen auf der Bühne vorantreiben. Ganz besondere, großartige Akzente im Bühnengeschehen setzte Yan Tung Chan aus Honkong: Sie ist Weltmeisterin im Kung-Fu […] Beim frenetischen Abschlussapplaus mit allen Künstlern zeigte sich, dass die Kung-Fu-Meisterin zwar körperlich gesehen `die kleinste` war, von der Bühnenpräsenz her aber wohl eher `die größte`.

Christiane Giesen, Traunsteiner Tagblatt

2018

Im Festspielhaus von Immling wird Verdis Grand Opéra zum tragischen Ringen des Einzelnen mit den Abgründen der Macht. Nirgends wird das deutlicher als in der atmosphärisch hochaufgeladenen Begegnung zwischen Filippo II. (Oleksandr Pushniak) und dem Großinquisitor (Gelu Dobrea) im dritten Akt. Während sich der greisenhafte Kirchenmann in seinem unerbittlichen Glauben an die Macht sogar aus dem Rollstuhl erhebt, sinkt die wuchtige Gestalt des Basses Oleksandr Pushniak in sich zusammen. Der König wird hier in seinem aschgrauen Kaftan zum Hausknecht der Inquisition, der dem Machterhalt seine Vernunft ebenso wie seine Freundschaft zu Rodrigo unterwirft. Es ist eines der stärksten Bilder der überaus ambitionierten Inszenierung des Regisseurs Stefano Simone Pintor,die ebenso reduzierte wie eingängige Szenen schafft. Das liegt auch am äußerst gelungenen Bühnenbild. Es besteht aus einer einzigen grauen, eisbergartig aus der Bühne ragenden Projektionsfläche. Der Kampf zwischen Macht und Vernunft kann sich hier in immer neuen Variationen von Licht und Schatten entfalten, unterstützt von einem pfiffigen Farbkonzept, das schon mal den Text unterläuft. Héctor Lopéz als Don Carlo meistert dabei die langen,hoch geschriebenen Phrasen seiner Titelpartie mit der Lässigkeit des Routiniers, der erst zwei Tage zuvor erfahren hatte, einspringen zu müssen.

Thomas Jordan, Süddeutsche Zeitung

 

Umso glutvoller wirkt Verdis Musik aus der Hand von Lorenzo Coladonato. Der in Mailand ausgebildete Dirigent lockt aus dem Immlinger Festivalorchester einen beachtlich schönen Klang, liefert optimale Tempi und die ideale Balance für die extrem exponierten Solisten. Der Festivalchor Immling gestaltet die großen wie die kleinen Chorszenen musikalisch großartig, blitzsauber auch die Prozessionen der Mönche durch den Zuschauerraum. Der Komplexität des Werkes wird man in Immling in allen Bereichen gerecht […] gute drei Stunden herrliche Musik in geschmackvoll-schlichter Inszenierung.

Franziska Stürz, BR Klassik

 

Regisseur Stefano Simone Pintor kennt das Haus von seiner gelungenen Produktion der „I vespri siciliani“ aus dem Vorjahr und beweist mit einem klug balancierten „Don Carlo“ erneut, dass er ein gutes Händchen für Verdi hat. Der Italiener weiß mit der speziellen Raumsituation geschickt umzugehen und versteht es, ohne große Bühnentechnik eindrucksvolle Bilder zu zaubern […]
Die sängerische Krone des Abends gebührte Kate Allen, die als von Eifersucht und Schuld zerfressene Prinzessin Eboli eine glanzvolle Vorstellung bot und diese mit einem heftig akklamierten „O don fatale“ veredelte. Ähnliche Ovationen bereitete das Publikum dem makellosen Posa von Slawomir Kowalewski. Er verkörperte nicht nur den vertrauenswürdigen Freund, sondern verteidigte im Duett mit dem König, das Pintor als öffentliche Anhörung inszenierte, auch sängerisch seinen Standpunkt.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

Die Massenszenen fügen sich in wohl ausgearbeiteter Bewegungschoreografie ins Geschehen, zeichnen kraftvolle Bilder einer grauen Masse von Volk oder Mönchen, die immer im richtigen Moment und in passendem Rhythmus, den Szenerien eindrucksvolle Dramatik verleihen. Dazu kunstvoll ausgeklügelte Schattenspiele, sowohl in kleiner, als auch in überdimensionierter Projektion. Auf dem Scheiterhaufen der Inquisition lodern Stühle – Im Labyrinth der Seelen als Metapher zu den der kirchlichen Macht zum Opfer gefallenen Individuen: Ketzer, die das Volk und vor allem die Kirche brennen sehen will. Ein eindrucksvoller Vergleich, der in den Zuschauern Gänsehautschauer auslöste. Die Leistung des Opern-Ensembles war überragend: Tenor Carlo (Hector Lopez), der mit Vehemenz und expressiver Ausgestaltung den Spagat zwischen leidenschaftlicher Liebe und abgrundtiefer Verachtung schafft. Stimmlich immer auf dem Punkt. Der brillante Bass Filippo II. (Oleksandr Pushniak) schwankt zwischen quälendem Misstrauen und verzweifelter Einsamkeit. Sopranistin Elisabetta (Anna Patrys) – stimmgewaltig, strahlend, mit großer empathischer Gabe.

Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

Regisseur und Intendant Ludwig Baumann ist mit dieser Neuproduktion ein Wurf gelungen, der die altbekannte Geschichte behutsam aktualisiert, das Stück dabei aber nie verrät […] Dass es trotzdem nicht zu technisch oder gar nüchtern wird, dafür sorgen unter anderem die in satten Ölfarben verewigten Pariser Straßenszenen von Ekaterina Zacharova, deren Gemälde in den sonst weißen Bühnenraum projiziert werden und das pulsierende Leben der französischen Metropole treffend einfangen. Ganz zu schweigen vom emotionalen Schlussbild, das der sich tragisch zuspitzenden Musik eine rührselige Erinnerung an unbeschwerte Zeiten entgegensetzt und dem Publikum so einen zusätzlichen Stich ins Herz versetzt […]
Hand in Hand mit dem typgerecht besetzten Ensemble, das seine Arien und Duette jenseits aller Wunschkonzert-Seligkeit lebt, gelingt so etwas, das man als abgebrühter Operngänger schon nicht mehr für möglich hält: dass Puccinis beinahe totgespielter Schmachtfetzen auf einmal wieder richtig berührt.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

Vor allem aber wird prachtvoll gesungen, besonders Ysmanov kleidet die anspruchsvolle Tenorrolle in einen schmelzenden, in der Höhe aufblühenden lyrischen Belcanto. Sylwia Olszynska als Mimì verzaubert mit güldenem Timbre und rührt mit ihrem leisen Tod tief an, Gloria Giurgola als Musetta hingegen tupft die Höhe so graziös an, dass man ihr ihre gespielte Zickigkeit schnell verzeiht. So soll es sein. Hochprofessionell ist auch das vornehmlich aus regionalen Kräften zusammengesetzte Festivalorchester. Der italienische Dirigent Lorenzo Coladonato holt aus der nur unwesentlich reduzierten Streicherbesetzung mehr als das Mögliche heraus. Vor allem aber trifft er mit flüssig bewegten Tempi den Konversationston der Musik genau, auch die vielen frei in der Luft schwebenden oder vorantreibenden Rubati sind noch in den Nebenstimmen sicher koordiniert. Die gesamte Produktion ist so erstklassig und inspiriert, dass auch auswärtige Besucher die gut einstündige Fahrzeit durch die herrliche Landschaft nicht bereuen werden. Hinfahren!

Michael Bastian Weiß, Abendzeitung München

 

Ludwig Baumann erzählte in seiner Inszenierung die meist gespielte Oper der Welt in seiner eigenen Sprache, ließ seiner offensichtlich blühenden Fantasie freien Lauf und infizierte die rasch entzückten Zuschauer mit frischem Opernglamour à la bonne heure. Die gesamte Inszenierung erinnerte an ein buntes Knallbonbon. Zwischen dem Hausen in einer Künstler-WG und dem lustigen Treiben auf dem Weihnachtsmarkt am heiligen Abend, verzauberten Schmacht-Arien vor dem Hintergrund des glaubhaft nachgezeichneten Savoir-vivre der Pariser Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts. Zu den visuellen Attacken positiver Art gesellten sich schon bald mitreißender Gesang eines optimal besetzten Opernensembles in harmonischer Begleitung eines schwungvoll agierenden Orchesters […]
Hervorheben konnte man bei dieser Premiere beim besten Willen keinen der Sänger. Gäbe es eine Steigerung von brillant, so würde die Ludwig Baumanns Inszenierung schmeicheln. Und weil das beste Lob zum Schluss am nachhaltigsten wirkt, sei die brillante(-ste) Leistung des Festivalorchesters Immling unter der Leitung von Lorenzo Coladonato sowie des großartigen Festivalchor Immling mit großem Lob gekürt.

Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

Verena von Kerssenbrocks Freischütz-Inszenierung zielt in symbolhaften Bildern auf Kernbotschaften, eint das Fantastische mit dem Morbiden. Mit beeindruckenden Bildern macht sie mit von Webers großartiger Musik das Ringen von Gut und Böse sichtbar. Das Immling Festival schöpft aus dem Vollen: Spitzenbesetzung der Gesangssolisten, ein hoch motivierter, zusammengewachsener Chor in Bestform, der sich wunderbar multifunktional einsetzen lässt, und im Orchestergraben, unter der Leitung von Evan Alexis Christ, keine Geringeren als die Münchner Symphoniker. Das Bühnenbild (Nikolaus Hipp) bietet viel Freiraum für inszenatorische Überraschungsmomente […]
Das Opernensemble zeigte sich in Hochform, überzeugte gesanglich in allen Rollen […] Katja Bördner als Agathe, glaubhaft brav und fromm mit anrührender Innigkeit in ihrem strahlkräftigen Sopran. Josefin Feiler als Ännchen war eine Wucht, füllte ihre Rolle nicht nur stimmlich, auch darstellerisch mit komödiantischem Glanz und brachte Schwung in die Szenen. Johan Weigel als Max, mit elegantem Tenor, nur in seiner Rolle hin und her gerissen, stimmlich ohne Makel, wie auch Kosma Ranuer als Kaspar, in seiner Verwegenheit voll überzeugend […] Gut gezielt – Geschmack getroffen: Mit tosendem Beifall bedankte sich das Premierenpublikum für einen berauschenden Opernabend.

Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

 

Szenisch wie musikalisch blieben wenig Wünsche offen […] Stimmlich sorgt Katja Bördner (Agathe) für die magischen Momente dieser Aufführung: so zart, so schön – bei ihren Arien hält das Haus den Atem an. An Katja Bördners Seite: ein entzückendes Bühnentier als Ännchen – keck, liebenswert, mitfühlend. Mit jubelnden Spitzentönen schickt Josefin Feiler ihre Zuversicht und Lebensfreude in den finsteren “Freischütz”-Wald […] Voll bezaubernder Innigkeit die Brautjungfern, stimmstark und wuchtig der Immlinger Festspielchor […] Die Münchner Symphoniker unter Leitung von Evan Alexis Christ begleiten farbig und sensibel […] Für wohligen Grusel sorgt eine fabelhafte Lichtregie samt allerhand effektvoll an den Bühnenhimmel projiziertem fliegenden und vorbeihuschenden Nachtgetier. Das Immling Festival kann musikalisch und szenisch seit Jahren schon sehr, sehr viel. Jetzt kann es auch noch Videokunst. Respekt!

Michael Atzinger, BR Klassik

 

In Morgentau-Stimmung dirigiert der zackige Evan Alexis Christ, der kurzfristig die musikalische Leitung von der erkrankten Cornelia von Kerssenbrock übernommen hat, die überzeugenden Münchner Symphonikern die romantische Ouvertüre in der durchaus beachtlichen Akustik der Halle. Ein weißer und ein schwarzer Dämon ringen tanzend und holzschnittartig um Gut und Böse, bevor sich der Jägerchor polternd Einlass verschafft […]  Stimmstark wird der Eremit von Kai Wegner in Sandalen intoniert, der gemeinsam mit Modestas Sedlevičius als Fürst Ottokar einen sängerischen Höhepunkt setzt.

Anna Schürmer, Münchner Merkur

Die drei Hauptdarsteller der Oper „Orpheus und Eurydike“, die nun Premiere feierte, sind Finalisten des Gesangswettbewerbs und stellten ihr Können auf der Bühne grandios unter Beweis. Die mittlerweile fünfte Ba-Rock-Oper handelt vom plötzlichen Tod Eurydikes und dem Versuch Orpheus`, seine Geliebte aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Seine Trauer wird dabei für das Publikum so greifbar, fast zum eigenen Herzschmerz, dass die gedrückte Stimmung kaum zu ertragen erscheint […] Eines jedoch ist völlig klar: Die Leistungen der Darsteller, des Orchesters und des Festivalchors sind absolut hervorragend. Dem Ensemble von Immling gelingt es, die Klaviatur der Emotionen derart sicher und intensiv zu bespielen, dass das Publikum komplett in ihren Bann gezogen ist.

Valentina Antonucci, Süddeutsche Zeitung

 

Mit dem plötzlichen Tod Eurydikes […] beginnt ein langer Prozess des Heilens für den Titelhelden. Der hat in Modestas Sedlevičius einen Interpreten, der mit hell timbriertem Bariton gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen leiser Trauer und wild aufbäumender Verzweiflung balanciert, dem aber gleichzeitig die nötigen Klangfarben für die langsam aufkeimende Hoffnung und für die Erinnerungen an glücklichere Zeiten zur Verfügung stehen. An seiner Seite überzeugen dabei nicht nur die mit warmem Sopran punktende Eurydike von Maryna Zubko und die etwas leichtgewichtige, aber stimmlich umso agilere Rachel Croash als Amor, sondern vor allem Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock. Sie findet nach Verdi und Donizetti nun einen Draht zu Gluck und kultiviert mit ihrem hochmotivierten Orchester einen schlanken, historisch informierten Klang. Selbst das berühmte „Che farò senza Euridice“ präsentiert sich so, ganz im Sinne des Opernreformators Gluck, nicht als großer rührseliger Gefühlsausbruch, sondern im besten Sinne des Wortes als dem Text und der Inszenierung dienende Theatermusik. Ein ebenso überraschender wie gelungener Abend, der einen der stimmigsten Immlinger Festspieljahrgänge seit Langem abrundet.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

Unter der musikalischen Leitung von Cornelia von Kerssenbrock setzte die Inszenierung von Ludwig Baumann Glucks Werk eine neue glänzende Krone auf: Glucks „Reformoper“ erfährt in der jüngsten Produktion der Festspiele Immling mit einem grandios aufgestellten Festivalchor, einem famosen Festivalorchester und einer ausdrucksstarken, detailliert gearbeiteten Tanzchoreographie (Dominique Aref, Andrea, Robert und Tanja Honner) eine zeitgemäße Adaption, frei von Schnörkeln und irrwitziger Abstraktion. Große emotionsgeladene Dramatik liefert den Stoff für eine Operninszenierung mit psychologisch durchleuchteten Verhaltensweisen der einzelnen Figuren […] Eine Opernpremiere, die in vielerlei Hinsicht Brücken schlägt, Klischees bricht, Horizonte erweitert. Eine sensible psychoanalytische Aufarbeitung eines uralten Stoffs vereint Gesang, Orchester, Tanz und Pantomime in gleichem Maße […] Die Opernsänger brillierten nicht nur stimmlich, sondern auch in ihrer expressiven Körperarbeit. Die Tänzer waren immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein unvergesslicher Opernabend, für den sich das Premierenpublikum mit einem nicht enden wollenden Applaus und lautstarken Bravorufe bedankte.

Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

 

Die ukrainische Sopranistin Maryna Zubko […] überzeugt später mit jubelnder Wiedersehensfreude und abgrundtiefer Verzweiflung […] Diese Herrlichkeit hat noch einen zweiten Namen: Modestas Sedlevičius. Der litauische Bariton, hörbar liedgeschult, packt das gleißende Glück und den stechenden Schmerz des Orfeo wie selbstverständlich in seine großartig geführte Stimme. Edel, zupackend, vor Leiden und Leidenschaft sich verzehrend. Orfeo wird übrigens am Ende als geheilt entlassen – aber in welche Zukunft? Sehen – und vor allem hören Sie selbst. Es lohnt sich.

Michael Atzinger, BR Klassik 

2017

Heuer wagte man sich bei der Eröffnungspremiere mit „I vespri siciliani“ an eine deutlich seltener anzutreffende, nicht minder packende Rarität aus der Feder von Giuseppe Verdi. Entstanden im Anschluss an „La traviata“, hat auch die 1855 aus der Taufe gehobene „Sizilianische Vesper“ alles, was man sich vom Komponisten erwartet. Eingängige Melodien, effektvolle Chorszenen […] Cornelia von Kerssenbrock […] schlägt schon in der Ouvertüre energische Tempi an und lässt auch im weiteren Verlauf des Abends nichts anbrennen. Manchmal wünscht man sich fast, Kerssenbrock würde sich mehr Zeit nehmen – so wie es ihr etwa in den gefühlvollen Momenten zwischen Arrigo und Elena gelingt, die sie mit den bestens aufgelegten Münchner Symphonikern einfühlsam balanciert. Aber die Kontrastdramaturgie geht auf und entlässt das Publikum am Ende fast atemlos in die klare Sommernacht. So lässt man sich eine Verdi-Ausgrabung gefallen.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

Der junge italienische Regisseur Stefano Simone Pintor verlegt für seine „Sizilianische Vesper“ den politischen Konflikt zwischen Volk und Besatzern in eine ewig existierende kriegerische Welt zwischen Mittelalter und heute. Das naiv-abstrakte Bühnenbild von Nikolaus Hipp besteht aus Bambusgerüsten und aufgespannten hellen Tüchern, aus denen das Volk in pittoresken Kostümen aus der Verdizeit hervorquillt. Die brutalen französischen Soldaten tragen dagegen Uniformen aus dem 20. Jahrhundert und marodieren mit gezückten Säbeln. Eine beachtliche szenische und musikalische Leistung des Immlinger Festivalchores […] Im Orchestergraben der Reithalle gelingt Cornelia von Kerssenbrock mit den Münchner Symphonikern eine echte Verdi-Überraschung. Die Musiker bleiben der enormen Bandbreite von Verdis Tonsprache nichts schuldig: Dumpf stocken die Töne in bedrohlicher Atmosphäre, dann bäumen sich große Eruptionen des Aufbegehrens auf, die Musik tänzelt und flirrt verspielt in den Liebesarien und ist von Anfang bis Ende hervorragend auf das Bühnengeschehen und die Solisten abgestimmt […] Alles in allem bietet die Immlinger Produktion […] einen eindrucksvollen Verdiabend mit hohem musikalischem Seltenheitswert.

Franziska Stürz, BR Klassik

 

Dass dieses monumentale Verdi-Opus zu den eher seltener aufgeführten Opern zählt, liegt sicher nicht an der Musik, die voller Schönheit ist und ein starkes Verdi–Profil zeigt […] Pintor baut Spannung auf und hat in den jungen Solisten und dem Immlinger Festivalchor darstellerisch formbares “Material”. Die Müncher Symphoniker und ihre Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock sind ein gutes Team. Vor allem nach der Pause entwickelt sich der Orchesterklang differenzierter und lässt Verdis Tonsprache leuchten zwischen empfindsamer Tonmalerei und dramatisch auftrumpfender Emphase.

Elisabeth Aumiller, PNP / Regionalausgaben

 

Die Geschichte vom brutalen Aufstand der Sizilianer gegen die französischen Besatzer ist durchaus bewegend erzählt, das eigentliche Drama spielt sich aber musikalisch ab. Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock treibt die Münchner Symphoniker zu explosiver Emphase, begleitet trotz des Muts zu plakativen Effekten stets sängerfreundlich. Und die sind teilweise Weltklasse an diesem Abend. Besonders die beiden dunklen Stimmen des Abends – der Bassbariton Stefano Meo als Monforte und der Bass Alexander Teliga als Procida – verfügen über Stimmen mit enormer Durchschlagskraft und beeindruckender Sensibilität im Piano. Tenor Angelo Fiore (Arrigo) bewältigt die Partie mit den zahlreichen hohen Cs und Ds souverän.

Jesko Schulze-Reimpell, Donaukurier

Ein rundum stimmiger Opernabend ist hier gelungen, der sich bereits als ein Immlinger Höhepunkt empfiehlt […] Mit hervorragender Personenführung, beim Chor wie bei den Solisten, schafft die Regisseurin ein quirliges Geschehen voller Lebendigkeit, Humor und ebenso blendender wie überzeugender Charakterisierung. Das junge Sängerensemble punktet mit hochkarätigen Leistungen, gesanglich wie darstellerisch, und würde auch in so manch anderem renommierten Operntheater ein Glanzlicht setzen […] Last but not least gebührt der Kapitänin Cornelia von Kerssenbrock und dem Festivalorchester Immling großes Lob für eine spritzige, dynamische und spannungsreiche musikalische Auslotung des melodischen Reichtums in Donizettis Partitur. Ein Abend, der Freude macht in seiner Geschlossenheit, Unbeschwertheit, musikalischen und sängerischen Qualität.

Elisabeth Aumiller, PNP / Regionalausgaben

 

Fein und filigran – wie von Donizetti komponiert – musiziert das wache und sensible Immlinger Festivalorchester. Melancholisch schmachtend, keck auftrumpfend, zart begleitend – souverän zaubert die Dirigentin die vielen Farben der Partitur mit ihren Musikerinnen und Musikern […] Begeisternd der in bester Buffo-Manier prächtig aufdrehende und doch wunderbar kontrollierte Sergio Foresti als Dulcamara – kostümiert in der Manier eines etwas angejahrten Piraten Jack Sparrow […] Dafür hat [Nemorino] die schönste Arie – und Chuanliang Wang hat die Ausstrahlung und die Stimme dafür: nicht ganz ungefährdet in der Mittellage, aber mit viel Schmelz und noch mehr Glanz in der Höhe. Donizettis „Liebestrank“ auf Gut Immling: macht nicht seekrank, dafür – wie sich’s gehört – leicht beschwipst und viele Premierenbesucher glücklich.

Michael Atzinger, BR Klassik

 

Das Ruder fest in der Hand hat […] Cornelia von Kerssenbrock, die sich durch ihre Arbeit in Immlig die vier Kapitänsstreifen auf der schmucken Uniform längst verdient hat und die mit komödiantisch leichter Hand durch alle Tiefen und Untiefen der Partitur steuert […] Elisa Cenni bringt neben ihrer sympathischen Ausstrahlung ebenfalls einen agilen Sopran mit, von dem sich die Herren in Bann schlagen lassen. Ähnlich gut gezeichnet sind der in sie verliebte Tollpatsch Nemorino und dessen Nebenbuhler Belcore […] Carlo Checchi hat sichtlich Spaß, den eitlen Gockel mit einem Übermaß an Selbstbewusstsein auszustatten und lässt nicht nur in vokaler Hinsicht die Muskeln spielen. So legt er zwischen seinen virtuos vorgetragenen Nummern schon mal ein paar angeberische Liegestütze ein. Anfangs noch tapsig durchs Geschehen stolpernd kann ihm der Nemorino von Chuanliang Wang jedoch zumindest in Sachen Wohlklang mehr als Paroli bieten. Und dies nicht erst beim Hit “Una furtiva lagrima”, mit dem er neben Adinas Herz auch das Publikum endgültig für sich erobert.

Tobias Hell, Münchner Merkur

Die drei Hauptdarsteller der Oper „Orpheus und Eurydike“, die nun Premiere feierte, sind Finalisten des Gesangswettbewerbs und stellten ihr Können auf der Bühne grandios unter Beweis. Die mittlerweile fünfte Ba-Rock-Oper handelt vom plötzlichen Tod Eurydikes und dem Versuch Orpheus`, seine Geliebte aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Seine Trauer wird dabei für das Publikum so greifbar, fast zum eigenen Herzschmerz, dass die gedrückte Stimmung kaum zu ertragen erscheint […] Eines jedoch ist völlig klar: Die Leistungen der Darsteller, des Orchesters und des Festivalchors sind absolut hervorragend. Dem Ensemble von Immling gelingt es, die Klaviatur der Emotionen derart sicher und intensiv zu bespielen, dass das Publikum komplett in ihren Bann gezogen ist.

Valentina Antonucci, Süddeutsche Zeitung

 

Mit dem plötzlichen Tod Eurydikes […] beginnt ein langer Prozess des Heilens für den Titelhelden. Der hat in Modestas Sedlevičius einen Interpreten, der mit hell timbriertem Bariton gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen leiser Trauer und wild aufbäumender Verzweiflung balanciert, dem aber gleichzeitig die nötigen Klangfarben für die langsam aufkeimende Hoffnung und für die Erinnerungen an glücklichere Zeiten zur Verfügung stehen. An seiner Seite überzeugen dabei nicht nur die mit warmem Sopran punktende Eurydike von Maryna Zubko und die etwas leichtgewichtige, aber stimmlich umso agilere Rachel Croash als Amor, sondern vor allem Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock. Sie findet nach Verdi und Donizetti nun einen Draht zu Gluck und kultiviert mit ihrem hochmotivierten Orchester einen schlanken, historisch informierten Klang. Selbst das berühmte „Che farò senza Euridice“ präsentiert sich so, ganz im Sinne des Opernreformators Gluck, nicht als großer rührseliger Gefühlsausbruch, sondern im besten Sinne des Wortes als dem Text und der Inszenierung dienende Theatermusik. Ein ebenso überraschender wie gelungener Abend, der einen der stimmigsten Immlinger Festspieljahrgänge seit Langem abrundet.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

Unter der musikalischen Leitung von Cornelia von Kerssenbrock setzte die Inszenierung von Ludwig Baumann Glucks Werk eine neue glänzende Krone auf: Glucks „Reformoper“ erfährt in der jüngsten Produktion der Festspiele Immling mit einem grandios aufgestellten Festivalchor, einem famosen Festivalorchester und einer ausdrucksstarken, detailliert gearbeiteten Tanzchoreographie (Dominique Aref, Andrea, Robert und Tanja Honner) eine zeitgemäße Adaption, frei von Schnörkeln und irrwitziger Abstraktion. Große emotionsgeladene Dramatik liefert den Stoff für eine Operninszenierung mit psychologisch durchleuchteten Verhaltensweisen der einzelnen Figuren […] Eine Opernpremiere, die in vielerlei Hinsicht Brücken schlägt, Klischees bricht, Horizonte erweitert. Eine sensible psychoanalytische Aufarbeitung eines uralten Stoffs vereint Gesang, Orchester, Tanz und Pantomime in gleichem Maße […] Die Opernsänger brillierten nicht nur stimmlich, sondern auch in ihrer expressiven Körperarbeit. Die Tänzer waren immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein unvergesslicher Opernabend, für den sich das Premierenpublikum mit einem nicht enden wollenden Applaus und lautstarken Bravorufe bedankte.

Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

 

Die ukrainische Sopranistin Maryna Zubko […] überzeugt später mit jubelnder Wiedersehensfreude und abgrundtiefer Verzweiflung […] Diese Herrlichkeit hat noch einen zweiten Namen: Modestas Sedlevičius. Der litauische Bariton, hörbar liedgeschult, packt das gleißende Glück und den stechenden Schmerz des Orfeo wie selbstverständlich in seine großartig geführte Stimme. Edel, zupackend, vor Leiden und Leidenschaft sich verzehrend. Orfeo wird übrigens am Ende als geheilt entlassen – aber in welche Zukunft? Sehen – und vor allem hören Sie selbst. Es lohnt sich.

Michael Atzinger, BR Klassik 

2016

Eine leichtfüßige Inszenierung mit Tiefgang ist den Kerssenbrock-Schwestern mit ihrer – vor dem Hintergrund einer sich zunehmend radikalisierenden Gesellschaft – sehr heutigen Interpretation gelungen.

Angela Pillatzki, APPLAUS Kultur-Magazin

 

Mit einem überwiegend hervorragend jungen Sängerensemble und der kompetenten musikalischen Leitung von Cornelia von Kerssenbrock am Pult erwiesen sich die Festspiele Immling einmal mehr als bedeutendes Forum für die Entdeckung erstklassiger Stimmen. Allen voran reüssierte der junge chinesische Tenor Chuanliang Wang mit einem sensationellen Rollendebüt
als amino.

Elisabeth Aumiller, Passauer Neue Presse / Regionalausgaben

 

Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock verfolgt im Orchestergraben zumeist ein historisch informiertes, schlankes Klangideal, durch das die jungen Sänger entspannt ans Werk gehen können. Der Chinese Chuanliang Wang singt einen selbstbewussten Prinzen, der nach beinahe schon zu dramatischem Beginn schnell zurück zum weichen Mozart-Ton findet. Von Anfang an die Sympathien auf seiner Seite hat – wie kaum anders zu erwarten – Maximilian Krummen, der mit noblem Bariton einen ebenso geschmeidigen wie zupackenden Papageno singt.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

Die Geschichte (…) ist stimmig und völlig nachvollziehbar auf die Bühne gebracht. Weiß geschminkte Gesichter, clownähnliche Masken, böse Schlangen, die gerade mal zwei Hände lang sind, Wundertüten, die verteilt werden, das alles bringt ein Schaustück zum Genießen auf die Bühne.

Manfred Drescher, Der Opernfreund

 

 

Titelheldin Iryna Zhytynska muss sich dankenswerterweise nicht tief dekolletiert den Männern an den Hals werfen, sondern strahlt im bodenlangen schwarzen Kleid eine Aura des Unnahbaren aus, die diese Frau für die Herren nur umso begehrenswerter erscheinen lässt.“ „Größter Pluspunkt der Produktion bleiben aber die Münchner Symphoniker, auch sie Stammgäste in Immling, die Bizets ohrwurmgespickte Partitur unter der teilweise fast schon veristisch anmutenden Leitung Cornelia von Kerssenbrocks in satten Farben zum Leuchten bringen.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

Temperamentvoll feuerte das Orchester die Sänger und den Chor an, wobei es immer sehr ausgewogen spielte und die Protagonisten nie überdeckte.

Amelie Pauli, BR Klassik

 

Multitaskingqualitäten beweist auch der Immlinger Festivalchor. Ob als jubelnder Fanclub von Escamillo, Schmugglerbande mit Beutefrauen, Bürohengste mit Triebstau, Sparringpartner für den Torero oder Streitschlichter: immer zeigt er sich den szenischen und musikalischen Anforderungen gewachsen.“ Oper sollte auch Stoff zur Diskussion liefern. Darüber gänzlich erhaben war die Leistung der Münchner Symphoniker. Was dieser hochprofessionelle Klangkörper unter dem Dirigat von Cornelia von Kerssenbrock an dynamischen Feinheiten, Präzision und homogener Klangqualität bot, war ein Genuss für sich.

Passauer Neue Presse / Regionalausgaben

 

Und dann tritt der ganz große Star dieser `Carmen` auf und eigentlich müsste die Oper am heutigen Abend `Micaëla` heißen, so feurig, hinreißend, großartig auftrumpfend und die Reithalle bis in die letzte Ecke ausfüllend setzt sich die junge türkische Sopranistin Deniz Yetim durch. Ihr leuchtender klangvoller, warmer und vollmundiger Sopran berührt nicht nur Don José, sondern auch das Publikum (…) Für mich die mit Abstand beste Leistung des heutigen Abends und das heißt etwas, denn es gibt keinerlei Ausfälle im Ensemble. Das Publikum hat ein Gespür für das außergewöhnliche der Interpretation und applaudiert ohne Ende.

Manfred Drescher, Der Opernfreund

Projektionen großflächiger, abstrakter Farbmuster (Nikolaus Hipp) schaffen eine mitunter traumhafte Atmosphäre und nur die gerade singenden Protagonisten werden sichtbar, das `Gitterwerk` verschwindet und die auf den verschiedenen Stockwerken postierten Choristen scheinen schwerelos im Raum zu schweben. Es entstehen Bilder von bezwingendem Reiz, besonders als der Kinder-Chor ohne Steifheit und mit sicherer Bewegung die Bühne bevölkert: Es scheint wie ein Pastellgemälde aus Orange und Gelb.  In den jubelnden Beifall eingeschlossen waren natürlich das wie immer nicht nur professionell, sondern höchst engagiert spielende Orchester und die Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock, die, uneitel und mit jugendlichem Schwung, die ganze Bandbreite der Orffschen Musik zum Leuchten brachte. Angesichts des großen Apparats, der Weiträumigkeit der Bühne und der Vertracktheit der Rhythmen eine großartige Leistung!

Walther Prokop, OVB

 

Am total verregneten Premierenabend von Carl Orffs `Kleinem Welttheater – Der Mond` in Kombination mit den »Carmina Burana« entfaltete sich drinnen im Festivalhaus auf Gut Immling eine packende Märchenatmosphäre mit pulsierendem Klangzauber. Nikolaus Hipp und die Regisseurin Katrin Sedlbauer gaben dem Mondmärchen ein anschauliches Bühnenbild. Auf drei Ebenen waren je vier `Mondkammern` durch Steigleitern getrennt, auf denen die Darsteller zwischen den Ebenen Unterwelt, Erde und Himmel mit etwas Akrobatik hin und her turnen konnten.

Elisabeth Aumiller, Passauer Neue Presse / Regionalausgaben

Auf Gut Immling wird die Barockoper als BaRock-Oper auf die Bühne gebracht. In einer großartigen Symbiose wird die wunderschöne Originalmusik durchsetzt mit Blues und psychedelischem Rock, der sich an Musiker und Bands wie Jimi Hendrix, die ganz frühen Pink Floyd oder die Rolling Stones anlehnt. Perfekt werden auf diese Weise die Schrecken des Krieges und die jeweiligen inneren Konflikte der Protagonisten ausgedrückt. Diese Inszenierung ist ein grandioses Fest für alle Sinne. Sie spricht Ohr, Auge und Herz an, ist – ganz im Sinne des Barock – üppig, aber nicht überbordend. Die Darbietung ist energiegeladen, tempo- und actionreich auf allerhöchstem Niveau (…) So ist der `Rinaldo` auf Immling auch ein unaufdringlicher Aufruf zu Menschlichkeit, Versöhnung und Toleranz.

Stefan Brunner, Passauer Neue Presse / Regionalausgaben

 

Über jeden Zweifel erhaben ist (…) die ebenso stil- wie koloratursichere Reinhild Buchmayer in der Titelrolle, die Rinaldos Ängste und Hoffnungen in jeder Note greifbar werden lässt. Ähnlich souverän ihr martialischer Mitstreiter Sheldon Baxter als Goffredo oder der samtig weich intonierende Eustazio von Kate Allen. Und das, was Jeffrey Tarr als zur Knallcharge degradierter Argante an Bedrohlichkeit vermissen lässt, wird auf der dunklen Seite der Macht von Leonor Amarals fulminant auftrumpfender Armida mehr als wettgemacht.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

Seit ein paar Jahren versucht man hier im Chiemgau die Kunstform der Ba-Rock-Oper wie mit Händels `Alcina` und `Xerxes`. Und diesmal ist für `Rinaldo` zusätzlich ein kleines Rock-Ensemble im Orchestergraben. Viele Kompositionen werden also klassisch und rockig begleitet, bis E-Gitarre und Schlagzeug mit einem Fade-out die Musik wieder ganz Händels Partitur überlassen.

Adrian Prechtel, Abendzeitung München

Die Streicher weben leise und durchsichtig, beginnen zu wogen und zu fluten und werden allmählich immer heller und strahlender. Mit Bedrich Smetanas „Die Moldau“ hatte Ludwig Baumann für seine Jubiläumsgala anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Festspiele auf Gut Immling die richtige Eröffnungsmusik ausgewählt. Im Fluss bleiben, in Bewegung bleiben, manchmal mitreißend, manchmal ruhig, das könne man auch rückblickend auf 20 Jahre Immling sagen, meinte Baumann. Zusammen mit seiner Frau Cornelia von Kerssenbrock ist es Baumann gelungen, aus provisorischen Anfängen auf dem grünen Hügel von Immling ein hochkarätiges Gesamtkunstwerk aus Naturidylle und klassischer Musik mit international renommierten Interpreten zu machen, die wie das Publikum die familiäre Atmosphäre der Festspiele zu schätzen wissen.

Georg Füchtner, OVB

Die Akteure des Abends gaben wieder einmal alles. Minutenlanger Applaus war ihnen am Ende sicher. Auf der Bühne wurde gelitten, Liebesschwüre besungen sowie mit Variationen von `Happy Birthday` und `Zum Geburtstag viel Glück` im Stil von Mozart, Beethoven, Wagner und Strauß das Jubiläum des Festivals gefeiert. Bei der Version à la Tango Argentino ließ es sich zudem Tenor Alin Stoica nicht nehmen und wagte mit der musikalischen Leiterin des Festivals, Cornelia von Kerssenbrock, einen Tango auf der Seitenbühne.

Spätestens da war spürbar und sichtbar, dass eine `Familie` – nicht durch Verwandtschaftsgrade, dafür durch die Musik vereint – ihr Können unter Beweis stellte. `Auf Immling steht die Musik im Vordergrund und nicht die Herkunft oder Religion`, betonte Cornelia von Kerssenbrock in ihrer Rede. So seien heuer Akteure aus 33 Nationen auf der Bühne gestanden: `Wir werden diese Offenheit auch künftig beibehalten. Denn Musik verbindet.` Dazu passend gab es zum Finale Grande eine Reise durch verschiedene Länder.

Silvia Mischi, OVB

Rassig-temperamentvoll klingen die Gitarren von Ricardo Volkert und Simón `El Quintero`, emphatisch-sehnsuchtsvoll und vibrierend vor innerer Glut waren die Gesänge, rhythmisch mitreißend begleitet von den Perkussionisten Peter Krämer und Simon Hofmann (…) Kunstvoll stilisiert sind die Gesten der Hand und der Finger, oft drohend oder abweisend ist der Blick und wild aufstampfend, trommelnd-dröhnend oder leichtfüßig sind die Tanzschritte, genau rasselnd klingen die Kastagnetten. Für uns Laien sind die zahllosen Variationen all dieser Tanzbewegungen staunenerregend und ehrfurchtsvoll fremd, dafür umso faszinierender.

Höhepunkt an reiterlicher Eleganz war die Quadrille, das Pferdeballett, der `Showpferde Allgäu`: Vier prachtvoll noble weiße Pferde der `Pura raza española`, also echte Andalusier, geritten von Amazonen in schwarzer Reitkleidung mit breitkrempigen Hüten, vollführten zur Musik ihre abgezirkelten Figuren quer über die Reitbahn: Reitkunst, Musik und Kreatürlichkeit in edlem Dreeiklang.

Rainer Janka, OVB

`Wir versuchen, klassische Musik auf hohem Niveau aufzupeppen`, erklärte Darvas diesen Stil eher sachlich-beiläufig und bescheiden. Was das Publikum aber dann erlebte, war ein fulminantes musikalisches Feuerwerk aus mitreißender Melodik, fetzigen Rhythmen und virtuoser Brillanz (…) Dass diese Musik die Seele berührt, zeigte auch die heftig herbeigeklatschte Zugabe. Es war ein Potpourri, in dem das Janoska-Ensemble noch einmal seine virtuos-beschwingte Musikalität demonstrierte.

Georg Füchtner, OVB

Auf der Bühne von Gut Immling wird `Cats` nun zum ersten Mal gezeigt und das mit beeindruckendem Erfolg: Die rund 30 jugendlichen Akteure freuten sich am Schluss der Premiere über stehende Ovationen. Diese Begeisterung lässt sich nicht nur auf die Beliebtheit dieses Werkes zurückführen. Alle Mitwirkenden zeichnen sich auch durch enorme Spielfreude und großes Können aus.

Karin Wunsam, OVB

Auch hier kommt zum Ausdruck, wie gut man Figuren aus dem klassischen Ballett in die Popmusik übersetzen kann. Das ist elegant und sexy, rasant und elegisch (…) Immer wieder aber bricht Streit aus zwischen den Groupies und den Roadies. Da fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch die Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne. Die verschiedenen Gefühle von Leidenschaft, Eifersucht, Liebe, Enttäuschung sind tänzerisch perfekt umgesetzt. Dynamische Gruppenszenen und elegische Solis begeistern die Zuschauer, zum mitreißenden Rhythmus würde so mancher gerne mittanzen.

Margrit Jacobi, OVB

2015

Karsten Bohn inszenierte hier eine zeitlos gültige Parabel über Macht und Machtmissbrauch, deren eindringliche Botschaft am Ende absolut unmissverständlich bleibt. Ebenso schlicht wie zweckmäßig präsentiert sich dazu die Bühne von Claus Hipp, die mit wenigen Versatzstücken unterschiedliche Schauplätze andeutet. Die stilvollen Kostüme von Bettina Richter beschwören dagegen subtil die Zeit des italienischen Faschismus herauf.

(…) Cornelia von Kerssenbrock, die  am Pult der Münchner Symphoniker ohne plakative Gesten auskommt, das Werk nicht nur als effekthaschenden Verismo-Schocker versteht, sondern die menschlichen Schicksale herausarbeitet und Puccinis Partitur damit erdet.

Tobias Hell, Münchner Merkur

 

(…) das große Gefühl, das Cornelia von Kerssenbrock mit den Münchner Symphonikern souverän und klangschön auf die Bühne bringt.”
“Die Immlinger Tosca überzeugt mit ihrem Fazit: Das Böse ist immer und überall und treibt die Menschen in den Tod. Damals wie heute.

Michael Atzinger, BR Klassik

(…) die seelenlose Puppe Olympia, die sensible Antonia oder die kühl berechnende Kurtisane Giulietta. Diese Figuren von ein und derselben Sängerin verkörpern zu lassen, gestaltet sich im Bühnenalltag freilich nicht immer ganz einfach. Bringt doch jede dieser Rolle ihre ganz speziellen stimmlichen Anforderungen mit. Beim Opernfestival Gut Immling hat man nun zum Glück mit der jungen Russin Tatiana Larina eine Sängerin gefunden, die sich wagemutig dieser Herausforderung stellt und damit triumphiert.” “Stets den leichten Tonfall der Opéra comique bewahrend treibt Cornelia von Kerssenbrock das Geschehen mit forschen Tempi voran und balanciert nach den schmissigen Trinkliedern von Hoffmanns Saufkumpanen in den drei mittleren Akten mit vollendeter Eleganz auf dem schmalen Grat zwischen empfindsamem Drama und Ironie.” (Tobias Hell, Münchner Merkur) “Diese Leichtigkeit spiegelt sich in der Regie wider. Und doch wird Hoffmann, der Drogenabhängige, der Trinker, in keiner Sekunde an den Klamauk verraten.

Michael Atzinger, BR Klassik

Im Continuo mischen sich zu den auf Deutsch gesungenen Rezitativen gelegentlich arabische Noten, die Solisten improvisieren im Anschluss an ihre auf Italienisch gesungenen Arien meist kurze jazzige Sequenzen mit Händel`schen Motiven – und das alles kommt herrlich locker und frisch daher.” “Der Immlinger Ba-Rock hat das Zeug zum Exportschlager in große deutsche Opernhäuser.”

Franziska Stürz, BR Klassik

 

Rock also als durchaus geschmackvolle und und intelligent gemachte Garnierung einer barocken Musik, die an sich schon genügend Power hat und zudem ja durchaus eine motorische Affinität zu neueren populären Stilen aufweist.” “Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock leitete die hoch motivierten Instrumentalisten ohne Show, doch mit Umsicht und Verve.” (Walther Prokop, OVB) “Es ist eine ungewöhnliche, ja abgefahrene Darbietung von Georg Friedrich Händels Barockoper `Xerxes`, die beim Opernfestival Gut Immling aufgeführt wird. Sie ist modern und energiegeladen, tempo- und actionreich auf allerhöchstem Niveau. Gut nachvollziehbar wird das turbulente Verwechslungs- und Verwirrspiel in der Inszenierung von Ludwig Baumann, sodass der Zuschauer der Handlung ohne Probleme folgen kann.”

Stefan Brunner, Passauer Neue Presse / Regionalausgaben

Auch wenn jetzt nicht gleich alle Kinder, von `Rossini` Frits Kamp befragt, Opernsänger werden wollten – ihren Spaß, ihr Vergnügen an dieser Aufführung hatten wohl alle, auch die Allerkleinsten, von denen es ein paar nicht auf den Stühlen hielt, die also zur Bühne vorkamen, um das Aschenputtel auch mal anzufassen. So geht Oper für Kinder.

Thomas Kraus, OVB

Zu den 31 gespielten Songs der Beatles gibt es eine Geschichte, die Breuer in seinem fulminanten Tanztheater mit wunderbarem Gespür für die überwältigenden Emotionen wie auch die subtilen Zwischentöne umgesetzt hat (…) Hingehen und miterleben!

Margrit Jacobi, OVB

2014

“Ein Beginn mit Donner und Blitz (…) im Graben, wo Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock am Pult der Münchner Symphoniker gleich mit den ersten Takten von Giuseppe Verdis `Otello` ein orchestrales Gewitter beinahe biblischen Ausmaßes entfesselt und keinen Zweifel daran lässt, dass die kontrastreiche Partitur bei ihr in besten Händen liegt.”

“(Die) Aufwertung der Figur (Desdemona) entspricht ganz dem Konzept von Regisseurin Magdalena Fuchsberger, die das zeitlose Drama um Liebe und Vertrauen ohne inszenatorische Mätzchen auf die karge, von Claus Hipp ausgestattete Bühne bringt und immer ganz nah an der Geschichte und ihren Figuren bleibt. Otello und Desdemona sind bei ihr gleichwertige Partner, die ohne einander nicht existieren können.”

Tobias Hell, OVB/Münchner Merkur

 

“Insbesondere die Besetzung der Dreier-Konstellation Otello-Desdemona-Jago macht aus dieser vorletzten Verdi-Oper einen regelrechten Psycho-Thriller, spannender als jede amerikanische Krimi-Serie. Mit diesem Ensemble haben die Immlinger wirklich drei Entdeckungen gemacht.”

“Dazu der wie immer gut gelaunte und sicher intonierende Festivalchor und die kompetenten Münchner Symphoniker unter der Leitung von Cornelia von Kerssenbrock: das ist mehr als ein gelungener Premierenabend. Eher ein wahnsinnig mitreißender.”

Jochen Eichner, BR Klassik

 

“Der türkische Tenor Efe Kislali sang mit seiner dunkel gefärbten, edel timbrierten, raumgreifenden Prachtstimme die Partie des Otello mit bewundernswerter Leichtigkeit. Deniz Yetim, ebenfalls aus der Türkei, gab ihr deutsches Debüt als Desdemona und man wünscht sich, diese herrliche Sopranistin bald wieder zu hören. Es fehlen einem einfach die Worte, um ihre große, klangvolle, leuchtende Stimme zu beschreiben. Der Waliser Rhys Jenkins gab seinen ersten Jago, und es ist ganz klar, dass er diese Partie, die ihm sehr gut liegt, noch sehr oft singen wird.”

Christoph Karner, Neuer Merker

“Hier kochten die Emotionen, als am Samstag (…) das Verismo-Tandem `Bajazzo und Il Tabarro` bewies, dass die Oper als Kraftwerk der Leidenschaft noch nicht vom Netz gegangen ist (…) In diesem schlichten, stimmigen Ambiente (Verena von Kerssenbrock und Wiebke Horn, Kostüme) entwickelte sich fesselndes Musiktheater, das Cornelia von Kerssenbrock musikalisch befeuerte. Sie steuerte mit dem jungen Festivalorchester mitten hinein in die hochdramatischen Aufschwünge, ließ es brodeln oder schmachten und koordinierte hellwach die Musiker, den prächtigen Laien-Chor samt Kindern und die Solisten, die sich mit ungebremstem Einsatz ins Geschehen warfen.”

Gabriele Luster, OVB/Münchner Merkur

 

“Die schwedische Sopranistin Liine Carlsson, die für die erkrankte Anna Dimitriu eingesprungen war und sich in kürzester Zeit die Inszenierung einverleibt hat, spielte die beiden Frauenrollen Nedda und Giorgetta – die vom Typ völlig unterschiedlich sind – mit einer breiten Palette an Emotionen, die sie in Ausdruck, Mimik und Bewegung, mit großer Natürlichkeit und Intensität zu gestalten wusste. Mit perfekt platzierter, wunderbar ausgeglichener Stimme und brillianter, mühelos wirkender Tonproduktion betörte die Sopranistin nicht nur ihre Liebhaber, sondern auch das Publikum.

Aber auch die grobschlächtigen, gehörnten Ehemänner, Alexander Schulz in der Rolle des Canio, der den Bajazzo spielte, und Jacek Strauch in Il Tabarro, der den Michele gab, begeisterten die Zuhörer mit ihren stimmgewaltigen Ausbrüchen schäumend vor Wut, lodernd vor Hass und rasend vor Eifersucht. Dafür gab es immer wieder einmal zurecht spontanen Applaus, denn die sängerische Linie vergaßen die Darsteller trotz aller großen Gefühle nie.”

Barbara Heigl, Traunsteiner Tagblatt

Wo sich die Immlinger Inszenierung szenisch mit viel Federkopfputz und Jaguarfell eher auf der konservativen Seite bewegt, geht man musikalisch ungewöhnlichere Wege, indem man die Originalmusik mit elektronischen Klängen der beiden Mittzwanziger Daniel Hermann-Collini und Camila de Laborde anreichert.”

“Über jeden Zweifel erhaben zeigen sich die Solisten. Wobei Anna Brulls männlich kraftvoller Cortés am Ende auch in vokaler Hinsicht über Titelheld Thomas Diestler triumphiert, dafür aber durch Aztekenkönigin Mitrena starke Konkurrenz erhält, in deren virtuosen Arien der warm timbrierte Mezzo von Antonela Barnat seine volle Strahlkraft entfaltet. Als Liebespaar zwischen den Fronten dürfen Derek Rue in der Rolle des Cortés-Bruders und Nastasja Neumann als Montezumas Tochter in Herzschmerz schwelgen, während Sarah Zhai Strauss als kämpferischer Asprano ein spektakuläres Feuerwerk von Koloraturen abbrennt.”

Tobias Hell, OVB/Münchner Merkur

 

“Bei ihrer Premiere im Rahmen der Opernfestspiele auf Gut Immling konnte die Barockoper als farbenfrohes, imposantes Werk einen großartigen Erfolg feiern. Unter der Regie des Intendanten Ludwig Baumann und der musikalischen Leiterin Cornelia von Kerssenbrock erfuhr das Werk eine moderne Gestaltung, die Opernfans zu begeistern wusste. Weder die anfangs etwas ungewöhnlich anmutenden, elektroakustischen Elemente noch die Videoeinspielungen auf einer Großbildleinwand nehmen den barocken Charme. Vielmehr untermauerte diese ungewöhnliche Zusammenstellung die dramaturgischen Elemente des Geschehens.”

“Der aus Graz stammende Countertenor Thomas Diestler verkörperte den Titelhelden. Seine ausgefeilte Technik zur Alt- und sogar Sopranlage gab der Figur des Montezuma eine besondere Note. Sowohl schauspielerische als auch gesangliche und musikalische Glanzleistungen bescherten neben Mitrena (Antonela Barnat), Teutile (Nastasja Neumann), Fernando (Anna Brull), Ramiro (Derek Rue) und Asprano (Sarah Zhai-Strauss) auch der Kammerchor Gut Immling und das Barockorchester Georgian Sinfonietta dem Publikum.”

Petra Kähsmann, Alt-Neuöttinger Anzeiger